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Wie bei der Website-Erstellung mit ChatGPT viel Geld verbrannt wird

Wer ChatGPT blind vertraut, kann heftig vor die Wand fahren. Es "lügt", verschweigt und macht gravierende Fehler. Warum der Einsatz von ChatGPT beim Webdesign eure Firma vor die Wand fahren kann, lest ihr in diesem Artikel.

ChatGPT wurde nicht nur mit Wissen, sondern auch mit den Fehlern von anderen gefüttert

Woher hat ChatGPT eigentlich sein “Wissen”? Es hat unfassbar viele Quellen als Futter bekommen. Darunter ist alles vom Fachbuch bis zur Website. Wissen ist dynamisch. Was wir früher “wussten” ist heute falsch. Was früher bewährte Methoden waren, sind heute aus neuen Überzeugungen heraus nicht mehr richtig.

Eine echte KI kann das bewerten und Schlüsse ziehen. So etwas existiert aber nicht. ChatGPT ist eine generische KI, deren Funktion es ist Texte zu jedem Thema zu schreiben. Dabei gibt es Fehler genauso wider wie richtige Informationen.

ChatGPT schreibt, was man hören möchte

Frage an ChatGPT: “Kann ich die Über uns-Seite weglassen? Über uns gibt es sowieso nicht viel zu sagen.” Als Antwort kommt meisten etwas in der Art: “Absolut Klasse! Die Idee ist hervorragend. Konzentriert euch auf eure Leistungen.” . Vorsicht! Das ist die am häufigsten angeklickte und damit die wichtigste Seite einer Homepage. Was ein fataler Fehler.

Aber es ist auch kein Wunder: Wie soll ChatGPT wissen, was ihr mit der Homepage erreichen wollt, wenn es den Zusammenhang weder kennt, noch wirklich verstehen kann? Besser: “Bewerte kritisch ob ich die Über und-Seite weglassen sollte, wenn ich mit der Website Kunden gewinnen will. Mache Verbesserungsvorschläge und begründe sie.” Dann bekommt ihr bessere Ergebnisse.

ChatGPT schmiert einem Honig ums Maul

Macht einen Screenshot eurer Website, zeigt diesen ChatGPT und gebt folgendes ein “Das ist meine Homepage, da saß ich 100 Stunden dran. Ist die gut?”. Antwort: “Ein tolles Design, du hast dir viel Mühe gegeben.” Kein Wort davon, dass die meisten Besucher mit dem Smartphone kommen. Keine Frage á la “Und wie sieht das am Handy aus?” .

Eine furchtbare Eigenschaft, meiner Meinung nach. Bauchpinseln bis zum Exodus. Man fährt Richtung Abgrund und ChatGPT lobt euch auch noch dafür. Stellt das ab! Man wiegt sich in falscher Sicherheit und fängt an die KI zu vermenschlichen. Als übermächtiges Wesen, das alles weiß. Und, wenn das einen lobt, muss man ja auf dem richtigen Weg sein.

Wie man das abschaltet? Sagt es ihm einfach. “Ich will nicht gelobt werden, bleibe neutral.”

ChatGPT bewertet die generierten Aussagen nicht

Eine fachliche Bewertung bekommt ihr bei ChatGPT nicht. Das kann nur ein Fachmann. Wir hatten Kunden, die dachten, sie könnten auf unsere Arbeit verzichten und Geld sparen. Sie ließen sich Strategien für ihr Website und ihre Unternehmens-Positionierung erstellen. Dabei wurden sie immer ganz toll gelobt.

Beispielsweise bei der Entwicklung der eigenen Alleinstellungsmerkmale. ChatGPT hat aber die Konkurrenz nicht durchleuchtet, um zu sehen, ob hier wirklich eine Eigenschaft vorliegt, die die anderen nicht haben. Es hat die Sinnhaftigkeit und den Mehrwert auch nicht aus Kundensicht bewertet. Es gibt sich mit nichtssagenden Floskeln zufrieden und lobt diese. Damit wurde Inhalt produziert, der in eine völlig falsche Richtung führte und schwere Konsequenzen hatte.

Der Gedanke, auf diese Weise Geld zu sparen, ist absolut nachvollziehbar. Die oben beschriebene Herangehensweise ist aber höchst riskant und kann dazu führen, dass Unternehmen vor die Wand fahren oder in der Bedeutungslosigkeit versumpfen.

ChatGPT sieht nicht hinter die Kulissen

Es kennt euch nicht. Weder euch persönlich mit euren Stärken und Schwächen, noch euer Unternehmen mit allem drum und dran. Wie kann man ernsthaft Hilfe erwarten, wenn diese nicht in den Gesamtkontext gesetzt wird? Will man das wirklich, muss man oft bei der Ursuppe anfangen und umfangreiche Infos liefern bevor man nach einer Lösung fragt. Auch dann muss man das Ergebnis sehr kritisch überprüfen.

ChatGPT "lügt" und verschweigt wichtige Informationen

Das tut es nicht “bewusst”. Das hat damit zu tun, dass es nicht versteht – nicht zwischen den Zeilen lesen kann. “Erstelle mir mal einen SEO-Text zum Thema XY für meine Homepage”. ChatGPT wird nicht hinterfragen, ob SEO ein sinnvoller Weg zu eurem Ziel ist. Es wird bei dieser Frage nicht sagen, dass landesweites SEO mit sehr viel Aufwand und hohen Kosten verbunden ist. Es wird euch nicht sagen, dass eure Keywords so nicht gesucht werden. Oder wie aktiv die Konkurrenz bei diese Suchwörtern ist und dass es sich lohnen könnte eine viel spitzere Strategie zu fahren, anstatt allgemein zu bleiben.

Fragt ihr ChatGPT wie ihr am billigsten eine Website erstellen könnt und es wird euch sagen, dass Baukästen wie Jimdo, wix.com oder Strato ganz prima sind. Dass manche davon Schwierigkeiten haben den Datenschutz korrekt umzusetzen oder bei SEO enge Grenzen gesetzt sind, wird es euch nicht sagen.

Dass ihr womöglich sehr viel Zeit investiert, in der ihr kein Geld verdient und am Schluss eine vielleicht schlechte Website keine Kunden bringt, ist die Folge einer „Lüge“ oder des Verschweigens wichtiger Tatsachen. Denn nur, wer Design und diese Baukästen meisterhaft beherrscht und sich um die Strategie hinter der Website-Erstellung fachgerecht kümmert, baut damit günstig eine Website. Und damit ist gar nichts günstig. Dieses Wissen und die Fähigkeiten muss man sich erstmal aneignen.

ChatGPT kann keine wirklichen Zusammenhänge herstellen

Wir reden hier von einer generativen KI. Das heißt, dass es euch nach Wahrscheinlichkeitsberechnungen Ergebnisse liefert. Frei nach dem Motto: “Das ist wahrscheinlich das, was ich euch jetzt sagen sollte”. Lasst euch eine Website erstellen und ChatGPT wird nicht eure Zielgruppe und Alleinstellungsmerkmale abfragen, sondern sofort Texte liefern. Und es wird mit Sicherheit nach einem guten Konzept und prima Texten klingen. Ihr bekommt Inhalte die wahrscheinlich passen. Für die meisten Firmen. Aber auch für euch?

Flyer- oder Website-Erstellung beispielsweise funktioniert anders. Sie sind immer Teil einer Strategie. Ihr habt ein Problem und ein Ziel. Ihr habt eine Positionierung am Markt. Eine Zielgruppe. Das muss alles berücksichtigt werden, wenn man sein Budget zielgerichtet einsetzen möchte und tatsächlich an seinem Ziel ankommen will.

Fazit: Nutzt ChatGPT in eurem Fach und seid kritisch

Da wo ihr euch wirklich auskennt, seid ihr in der Lage, die generierten Inhalte auf Richtigkeit und Sinnhaftigkeit zu überprüfen und sie dann zu nutzen. Alles andere sind nur Impulse, die einen kritischen Prüfungsprozess durchlaufen müssen. Besser man wendet sich an Fachleute. Auch wenn diese Fachleute ChatGPT nutzen, ersetzt es keine Expertise.

Ihr braucht fachliche Unterstützung bei der Website Erstellung?

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